systemischer Ansatz

Der systemische Ansatz enspricht einem interdisziplinären Erkenntnismodell, dessen Wurzeln in verschiedenen wissenschaftlichen Fachbereichen wie der Erkenntnistheorie, der Philosophie, der Mathematik, der Physik, der Biologie, der Psychologie, der Sozialwissenschaften u.a. liegen. Er setzt sich mit Betrachtungsweisen und Gesetzmäßigkeiten von Systemen wie zum Beispiel Teams oder Organisationen auseinander und liefert Beschreibungen und Erklärungen von komplexen Phänomenen, die in diesen auftreten.

Kennzeichen des systemischen Ansatzes sind das Mehrbrillenprinzip (es gibt immer mehrere Perspektiven) und die Kontextabhängigkeit (im Kontext kann jedes Verhalten sinnvoll sein). Systemisches Denken ist daher ein Denken in Zusammenhängen. Es lenkt den Blick bei Organisationen, Teams und Personen auf wiederkehrende Muster, komplexe Wechselwirkungen, die innerhalb eines Systems existieren, bezieht Widersprüche, die aufgrund von unterschiedlichen inter- und intrapsychisch subjektiven Wirklichkeiten entstehen, mit ein und betont die Selbststeuerung von Systemen.

Diese Grundannahmen spiegeln sich in der Haltung von systemischen Coaches und Organisationsberater/innen wider. So wird von keiner Objektivität ausgegangen. Jeder Mensch, jedes Team und jede Organisation ist einzigartig, nimmt die Welt individuell wahr und ist darin wertzuschätzen. Es wird angenommen, dass alles mit allem vernetzt ist und sich gegenseitig beeinflusst. Damit wird der Kontext immer mit einbezogen und Geschehnisse nie auf nur eine einzige Ursache zurückgeführt. Gleichzeitig zeigt sich in der Haltung, dass nicht an der Veränderung von Menschen gearbeitet wird, sondern an dem Erkennen und der Veränderung von Sichtweisen- und Denkschienen, Strukturen, Beziehungsmuster, Kommunikation und Handlungen.

Die Aufgaben von Coaches und Organisationsberater/innen sind dabei u.a. Regeln und Wechselwirkungen von Systemen zu ergründen bzw. die Wahrnehmungen und Interpretationen darüber an das System zurückzuspielen und damit besprech- und veränderbar zu machen.

Das Menschenbild, das sich aus den systemischen Ansätzen ergibt, ist damit lösungs- und ressourcenorientiert (im Gegensatz zu problem- und defizitorientierten Herangehensweisen). Es glaubt an die Entwicklung von Menschen, Teams und Organisationen, an das Entfalten von Potentialen und ist damit sehr zukunftsorientiert.